Samstag, 5. September 2009

Schmerz

Wieder einmal sitze ich vor dem Rechner und versuche meinen Schmerz in den Griff zu bekommen. Es gibt Dinge im Leben, die einem Illusionen nehmen, die nichts mit dem Beruf zu tun haben, die aber dennoch passieren. Und nachdem sie passiert sind, gehen sie nur ganz langsam wieder weg, verschwinden aber nie wirklich. Sie bleiben Bestandteil deines Lebens.

Ich habe noch viel zu erzählen und dieser Blog hört mir zu. Ich werde also weitermachen.

Vielen Dank an meine Leser und die Kommentare.

Dienstag, 1. September 2009

Was nun, was tun?

Ich habe hin und her überlegt. Was mache ich mit diesem Blog? Ich glaube ich bin auf einem guten Weg, meine Ziele zu erreichen und habe einerseits das Gefühl diesen Blog schließen zu müssen, andererseits glaube ich, noch viel über Stilblüten meines Büroalltags berichten zu können. Was soll ich also tun. Wer Interesse am Fortbestehen dieses Blogs hat, kann mir gerne einen Kommentar in diesem Post hinterlassen. Ansonsten werde ich wohl abschalten.

Montag, 3. August 2009

Abteilungsleiter, was nun?

Heute war es dann so weit. Die Geschäftsleitung hat mich zu sich gebeten und gefragt, ob ich noch immer an dem Job interessiert sei. Ich habe natürlich "Ja" gesagt. Dennoch, ich habe noch einen steinigen Weg vor mir und es könnte sein, dass man relativ schnell bereut mich auf die Karriereleiter gestellt zu haben. Ich werde sehr fordernd und geradeaus sein. Man will auch über ein Gehalt mit mir verhandeln. Morgen wird es dann schließlich offiziell gemacht.

Die nächsten Monate werden turbulent sein, denn ich habe bei der Geschäftsleitung eine Veränderung der Kultur eingefordert. Sie schienen recht verdutzt, denn eigentlich hatten sie keine Forderungen erwartet. Es gibt immer noch Key Accounter, die nicht Willens sind mit meinen Kollegen zusammen zu arbeiten und selbst bei Ihren eigenen Leuten Angst verbreiten. Ich will mich hier einklinken, denn ich glaube es ist gut sich für eine gute Sache einzusetzen. Diese Menschen kosten das Unternehmen nach wie vor eine Menge Geld. Sie feiern ihre persönlichen Triumphe auf Kosten anderer und intrigieren gegen gerade Kollegn was das Zeug hält. Wer nicht mit ihnen ist ist gegen sie und bisher kamen sie damit durch. Es wird zwar eine Menge Energie kosten, aber ich werde und will an dieser Situation etwas ändern.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Leute, was wollt Ihr?

SPAM. Ich verstehe nicht, warum es immer noch diese zahllosen Spammer gibt, die mit den albernsten Headlines und Titeln versuchen Menschen für Ihre Produkte zu werben.

Alles was man benötigt ist ein bisschen Empathie und das Vermögen zu reproduzieren, wie man selbst gerne angesprochen werden würde. Über Seriosität und Diskretion sollte man doch auch erwarten, dass so eine Penisverlängerung oder Potenzpillen besser an den Mann kommen, als über einen schwindeligen Absender den ich nicht kenne. Ich würde jedenfalls die seriöse Variante vorziehen.

Genauso die Idioten, die versuchen mit Pseudokommentaren Ihre dusseligen Unternehmens-URLs als Verlinkung in einen Blog zu bringen. Würdet Ihr zu einem Anbieter von Produkten und Dienstleistungen gehen, der Euch zu beschei...en versucht. Ich würde dort nicht kaufen und beraten werden wollen.

Leute, lest das Cluetrain Manifest. Hier haben ein paar schlaue Menschen 95 Thesen verfasst, die lesenswert sind. Hört auf Euren SPAM um die Welt zu schicken und zu glauben mit Euren Methoden könntet Ihr das große Geld verdienen. Ihr seid schlechte Verkäufer und hunderte genervte Menschen werden es Euch bestätigen.

Sonntag, 12. Juli 2009

Der Ton macht die Musik

Wie ich bereits berichtet habe, ist die Situation meiner Abteilung seit ein paar Wochen auf dem aufsteigenden Ast. Was die Anfeindung und den Ton einiger Key Accounter angeht, ist die Situation auf einem wirklich niedrigen Niveau. Eigentlich auf dem tiefsten, an das ich mich erinnern kann. Nicht alle verhalten sich so, sondern einige wenige. Durch meine Entspannung habe ich wieder mehr geistigen Spielraum, so dass ich auch für diese Kollegen Empathie empfinde. Vor diesen paar Wochen war mir deren Situation relativ egal. Mir ging es um mein persönliches Überleben.

Aktuell bin ich in der Lage die Zusammenhänge und Ursachen zu analysieren und renne mit dieser Analyse beim Chef der Key Accounter und meiner Geschäftsleitung offene Türen ein. Die Auftragslage ist sehr gut und man hat Angst, dass man Kunden verliert, wenn man einen Auftrag ablehnt. Also platzen die Abteilungen mit Arbeit aus allen Nähten. Es gibt sogar mittlerweile Burnout Fälle, wo Mitarbeiter mehrere Wochen ausgefallen sind. Darunter leidet die Motivation und die Qualität in höchstem Maße. Der Druck auf die Mitarbeiter ist so hoch, dass sie Ihren Druck ungefiltert weitergeben. Ich selbst sah mich auch schon in der Versuchung Kollegen für meinen Druck verantwortlich zu machen, konnte mich aber wieder zügig einbremsen.

Ich vermeide gezielt das Wort "Schuld", denn leider werden in deutschen Unternehmen zu oft Schuldige gesucht. Mein Eindruck ist, dass meine Bemühungen für ein besseres Miteinander selbst hier Früchte tragen. Es handelt sich zwar noch um kleine Pflänzchen, aber die lassen sich noch kultivieren. Die Querulanten, die dies torpedieren wird es immer geben, sie sollten aber in einem Unternehmen in der Minderheit sein. Der Mensch hat nun mal einen Kopf zum denken und den sollte er auf der Beziehungsebene halt auch einsetzen. Ist eine Beziehung erst einmal zerstört, wird eine gemeinsame Zusammenarbeit nahezu unmöglich und lähmt das Unternehmen mit Fehlern durch mangelnde Kommunikation.

Meine persönliche Meinung ist, dass man Konflikte frühzeitig auflösen sollte und die expliziten und impliziten Erwartungen aneinander aufklärt. Nur dann bekommt man eine Streitkultur und die Sicht des anderen. Es stauen sich keine negativen Emotionen an und vermeidet zwischenmenschliche Eskalation.

Freitag, 10. Juli 2009

Ein kleiner Rückblick

Ein paar Tage muss ich noch arbeiten gehen, dann ist wieder Urlaub angesagt. Momentan steigt mein Arbeitsvolumen knackig an und ich komme kaum hinterher. Bis Mitte kommender Woche muss ich noch eine Menge erledigen, damit das Ende der Woche nicht das "dicke Ende" ist. Dann zwei Wochen Urlaub, aber insbesondere zwei Wochen Familie. Eine Woche Saarland, eine Woche zu Hause. Ich werde mir einen Skizzenblock nehmen und wieder mal ein bisschen zeichnen. Mir scheint, dass ist die vergangenen zwölf Monate ohnehin zu kurz gekommen.

Heute ist erst einmal Freitag und der Broterwerb wartet auf mich. Momentan sind meine Arbeiten auf Verwaltungstätigkeiten beschränkt und der Abteilung geht es emotional gut wie lange nicht mehr. Ich habe eine große Akzeptanz und man spricht sie mir offen aus. Nicht nur bei den eigenen Mitarbeitern. Es hat sich sogar solch ein Enthusiasmus entwickelt, dass Optimierungen koordiniert laufen, um "den Laden" auf Vordermann zu bringen. Alle in der Abteilung helfen auf ihre Art und Weise mit. Nachdem ich Fish gelesen hatte und wieder Spaß in die Arbeit bringen wollte, war ich nach den ersten drei Monaten derart skeptisch, weil nichts von meinen Bestrebungen fruchtete. Jetzt sind alle wieder motiviert, der ein oder andere ist sogar Feuer und Flamme für Veränderungen. Eine gute Basis sich in den Urlaub zu verabschieden und danach weiter zu machen.

Der Weg dorthin war allerdings wirklich schmerzhaft. Die einzige Unterstützung, die ich viele Monate hatte, war einzig meine eigene. Ich habe heute noch körperliche Probleme aus dieser Zeit, die wohl noch eine Weile brauchen, bis sie verschwunden sind. Ich war am Boden und so tief unten, dass ich Angst vor meinem Weg auf die Arbeit hatte. Absurd, dass man in einer Wohlstandsgesellschaft so durch die Mühle gedreht wird und sich gegenseitig existenzielle Probleme bereitet, die alle künstlich sind.

Sonntag, 5. Juli 2009

Was ist passiert seit dem Urlaub?

Momentan sieht es so aus, als befände ich mich in einer stabilen Lage. Ich habe seit dem Urlaub zwar viel gearbeitet, aber die Nerven sind relativ dick. Man bietet mir jetzt mehr Gehalt an und hat mir "vollstes Vertrauen" ausgesprochen. Die Geschäftsleitung schätzt meine Art und lobt vorrangig mein "Fehlverhalten". Id est, ich lasse bei Problemen gerne auch mal die Hose runter. Ich möchte nichts vertuschen und mich vor allem nicht angreifbar machen, also suche ich die Flucht nach vorne. Das zahlt sich aktuell aus. Schnelles Vergelten und sofortiges Kooperieren. Auf jeder Ebene.

Ich habe im Urlaub meine Blockade beseitigt, permanent an den Broterwerb zu denken. Nach drei Tagen ertappte ich mich dabei, gerade nicht an meine Arbeit zu denken. Mittlerweile ist das ganz weit weg und meine Gedanken schwirren um meine Ziele, Pläne und die Kunst. Vor allem die Kreativität hat wieder zugelegt. Da momentan wenig Zeit zum Malen ist, schnappe ich mir regelmäßig die Kamera und schieße ein paar Fotos.

Ich habe einen Entschluss gefasst: Ich werde mit meinen Plänen erfolgreich sein.

Samstag, 13. Juni 2009

Wieder da

Der Urlaub ist vorbei. Leider. Zwei Wochen Finca-Urlaub auf Mallorca. Ich habe schon lange nicht mehr so viel und so ruhig geschlafen. Die letzten Monate vor dem Urlaub mussten leider sechs Stunden Schlaf ausreichen. In der Regel schlief ich dann nicht einmal durch, sondern musste meinen Schlaf meist gegen vier Uhr, direkt nach der Tiefschlafphase, unterbrechen. Jetzt waren es in der Regel neun Stunden Nachtschlaf plus ein Siestanickerchen am Nachmittag. Ideal zum Energie tanken. Und kaum ist man wieder in der Heimat, hat die Post geöffnet und die E-Mails gelesen, geht einem die kleinkarierte Scheiße hierzulande mächtig auf den Senkel. Was mir am Urlaub am besten gefallen hat, war das Mittagsbierchen. Eine leckere Tortilla vom Chef und einen Gerstensaft vom heiligen Michael. Nein, nicht das übliche Mallorcasaufen. Das braucht kein Mensch. Ein gepflegtes kaltes Bierchen im Schatten von netten Menschen serviert. Trinkt man in Frankfurt irgendwo MIttags ein Bier, wird man gleich schräg angesehen.

Apropos kleinkariert. Ich bin gespannt was mich die kommende Woche im Berufsleben erwartet. Momentan hat mich eine echte sch... egal Stimmung heimgesucht und mir wird die Enge meines Lebens bewusst. Manchmal, so sagt man, ist weniger mehr. Ich und meine Familie werden uns wohl in Zukunft etwas mehr zurücknehmen, damit es uns besser geht. Wir planen das nicht nur finanziell. Auch der Kram, den man nie im Leben vermissen wird soll endlich beseitigt werden. Dinge, die eben keiner braucht. Alsdann viele Grüße vom heiligen Michael!

Montag, 18. Mai 2009

Saarland again

Das ist doch mal Werbung fürs Saarland http://www.stern.de/magazin/heft/700519.html. Die Saarschleife bei Mettlach auf der Titelseite des neuen Stern.

Samstag, 16. Mai 2009

Was ist, wenn ...

... man trotz allerbestem Lauf merkt, dass man mit Highspeed an seinen eigenen Interessen und Bedürfnissen vorbeizurauschen scheint. Ich habe aktuell das Gefühl, mein Berufsleben hat unkontrollierbare Ausmaße in Richtung Karriere (und ich wollte doch nie eine) genommen. Jeder normale Mensch würde meine Entwicklung als einen Segen und großen Glücksfall sehen. Ich dagegen sehe es als die verspäteten Früchte allzu langer Bemühungen, die mich jetzt eher ins Grübeln bringen, als mir Freude bescheren.

Manchmal wünschte ich, das wäre alles fünf Jahre früher passiert, aber dann muss ich mir an meine Nase fassen und feststellen, dass Dinge manchmal dauern und ich in meinem Studium einfach etwas beschleunigter hätte studieren müssen. Ganz davon abgesehen, was sich in meinem Privatleben alles zu meinen Ungunsten geändert hätte. Man darf halt nicht nur die Bonbons sehen, die man vermeintlich gehabt hätte.

Andererseits gibt mir diese Situation wiederum Hoffnung auf mein zukünftiges Leben. Auch in der Kunst werden sich meine Bemühungen vielleicht bald auszahlen. Vermutlich ist es einfach mein Geduldsproblem. Ich will Ergebnisse, wenn ich Dinge anschiebe. Bleiben die aus, verliere ich schnell den Spaß daran. Auch wenn sie dann ein paar Jahre später eintreten. Wo kann man bitte Geduld kaufen?